Gespräch mit Nobuyoshi Tamura Sensei aus St. Maximin la S.Baume. 1 Teil.

Diese Zeit, mit dem keikogi unter dem Arm, und die Welt, die sich öffnet! Ein bisschen verrückt, aber so war es nun mal. Wir waren eben jung.

N. Tamura Senseï in seinem Haus in St. Maxiimin la S. Baume.
N. Tamura Senseï in seinem Haus in St. Maxiimin la S. Baume.

Herr Tamura, wie alt sind Sie jetzt?

Oh, ich bin 71 Jahre alt.


Und noch nicht im Ruhestand?

Oh, ich würde gerne, schon lange habe ich danach gefragt. Ich habe keine Chance.


Sie sind angestellter der FFAB?

Ja, ich bin Lohnempfänger, Salaryman. (lacht)


Salaryman ohne Recht auf Rente?

Wie eben keine solide Gewerkschaft!
(lacht)


Seit wann machen Sie Aikido?

Aikido, nun das sind über 50 Jahre.


Also, haben Sie mit 20 Jahren mit Aikido begonnen?

Oh, nein viel jünger.


Seit vierzig Jahren sind Sie nun in Frankreich.

Ja, wir sind 1964 in Marseille gelandet, das war quasi unsere Hochzeitsreise.

Meine Glückwünsche zu Ihrer 40-jährigen Ehe.
War nicht auch Monsieur Noro zu dieser Zeit hier in Frankreich angekommen?

Ja, das ist auch ein Freund von mir. Er war schon ein oder zwei Jahre vorher da. Er sagte zu mir, ich solle nach Paris kommen, er wollte ein Dojo in Paris eröffnen. Also, es war ein wenig so: »Komm nach Paris, ich eröffne ein Dojo...« - und ich: »Einverstanden ich komme«. Also bin ich nach Paris, und...! »Nein, es ist noch nicht eröffnet«!? Tja, so ist er.(lacht)

Also bin ich zurück in den wärmeren Süden.


Meister Nakazono war doch auch hier?

Meister Nakazono hüpfte in Singapur, Saigon, in dieser Kante der Welt herum. Dann ist er nach Frankreich gekommen. Also, er ist auch nach Japan gekommen und dort hatten wir unseren ersten Kontakt. Um das Billet für das Schiff zu bezahlen, hat er Tombolas und solche Dinge organisiert. Der war immer sehr lustig, »mannomann«.


Wie war denn zu der Zeit das Aikido in Frankreich organisiert?

Pierre Chassang hatte einen Verband gegründet, der hiess »Association Culturelle Française d'Aïkido (ACFA)«. Zehn Jahre ging das, glaube ich.


Haben Sie vor Aikido schon andere Budoarten praktiziert?

Oh ja, in Japan machte man immer irgendwas. In dieser Epoche machte man Judo, Kendo. Das war sozusagen obligatorisch, jeder Japaner machte irgendwann einmal Judo.


Wo haben Sie mit Aikido begonnen, im Aikikai?

Nein, nicht direkt im Aikikai, dorthin kam ich erst etwas später. Es war schon in Tokio. Damals bin ich nach Tokio gegangen und einer meiner Kameraden begann mit Aikido. Also fragten wir: »Was ist das? Wie geht das.« Danach, also später, bin ich dann zum Aikikai gekommen.


Sie sind ja Kendo und Judo erfahren. Können Sie sich noch erinnern, wie der Anfang im Aikido war? Fühlten Sie sogleich, das ist mein Weg?

Viel später kam das. Ich machte ja Judo in dieser Zeit, das war ja sehr weich und Aikido war doch ein wenig etwas Spezielles, diese Griffe und Hebel.


Haben Sie dann mit Judo und Kendo aufgehört?
Später, ja. Aber erst als ich uchi dechi wurde, da habe ich mit Judo aufgehört. Das war, ich glaube 1954. Genau weiß ich es nicht mehr.


Wissen Sie noch, mit wem zusammen Sie mit Aikido angefangen haben?

Oh, ja. Aber das ist irgendwie alles vergessen, ja das Alter, he? (lange Überlegungspause)...

...damals?! Ja, da war Yamaguchi, der ist ja nun auch schon länger verstorben. Mit Kobayashi, Hirokazu Kobayashi, der ja leider ebenfalls verstorben ist ja! Das ist so...
...Meister Tada war auch da. Sadateru Arikawa. Ja - das ist schon ganz schön lange her!


Tohei?

Nein, Meister Tohei, der war schon damals aktiv im Ausland, in Hawaii und im Rest der Welt.

Ich habe erst viel später als Aikikailehrer Kurse gegeben.
Als Sie uchi deshi wurden, hat sich da für Sie etwas verändert?

Nein, nein, also, im Aikikai uchi deshi zu sein, das war, um etwas zum Schlafen und zum Essen zu haben, verstehen Sie? Das hat mich interessiert

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